Reisetraumland

Zweimal Horseshoe Bend bitte

Als wir zuletzt vor 3 Jahren am Horseshoe Bend Overlook waren und von dort oben 2 winzige Kayaks unten auf dem Colorado River gesehen haben, stand für mich fest, dass ich das auch möchte: Den Horseshoe Bend mit seinen knapp 400m hohen Felswänden vom Wasser aus sehen. Und jetzt ist es soweit, meinen Wunsch wahr werden zu lassen. Kayaks haben wir nicht gemietet, das wäre logistisch schon eine kleine Herausforderung gewesen. Allein der Transport auf unserem Mietwagen. Und welche Ausrüstung braucht man eigentlich bei einer Übernachtung in der freien Natur?

Wir haben eine Ganztagstour bei www.raftthecanyon.com gebucht. Um 9:30 Uhr sollen wir am Treffpunkt sein. Sind wir auch – ich leicht panisch, ob wir die richtige Uhrzeit erwischt haben. Hier in Page gilt die Arizona Zeit, rundrum gilt die Zeit der Navajo Nation mit einer Stunde Unterschied. Je nachdem, in der Nähe welchen Mobilfunkmastes man sich befindet, zeigt das Smartphone die eine oder die andere Zeit an. Recht verwirrend das Ganze.

Wir sind die ersten um kurz vor halb, checken ein und warten gut 20 Minuten bis alle da sind. Dann geht es mit dem Bus zum Glen Canyon Damm und durch einen 2 Meilen langen Tunnel zum Grund der Schlucht, wo die Boote auf uns warten. Wie üblich drängeln wir uns vor bemühen wir uns um einen Platz vorne. Die Boote sind nicht mal annähernd voll besetzt und so finden wir die perfekten Plätze ganz vorne – ich auf der normalen Sitzbank, der Schatz abenteuerlustig auf dem äußeren Luftkissen. Und schon geht es los mit einem beeindruckenden Blick auf den gut 200m hohen Staudamm.

Unser Bootsführer erzählt während der gesamten Fahrt allerhand über den Fluss, die Gegend und die Geschichte. Alles sehr interessant und kurzweilig. Am besten gefällt uns allerdings die Aussicht. Manchmal lässt er das Boot einfach treiben, manchmal gibt er Vollgas und wir werden ein bisschen nass. Am Petroglyth Strand machen wir Pause und einen kurzen Spaziergang zu einer Felswand mit Zeichnungen der ursprünglichen Bewohner dieses wunderschönen Fleckchens Erde. Naja, hmmm, wir hatten uns die ein bisschen größer vorgestellt.

Der Schatz isst im Schatten eines Strauchs (Bäume gibt es hier nicht) sein Mittag und mir ist warm. So warm, dass ich in das 8°C kalte Wasser hüpfe. Zweimal. So erfrischend! Toll! Dann fahren wir weiter durch den Horseshoe Bend bis zu Lee’s Ferry. Die Felswände  beim Horseshoe Bend und in dem anschließenden Gebiet sind gut 400m hoch und wir sind maßlos beeindruckt. Auf dem Weg halten wir nochmal für eine kleine Pause an einem Strand an. Insgesamt ist es eine wirklich schöne, knapp 4 Stunden dauernde Bootstour.

Der Bus bringt uns in knapp einer Stunde zurück nach Page. Warum die Tour Ganztagstour heißt, ist uns allerdings etwas unverständlich – waren doch gerade mal 6 Stunden, wenn man das Warten einrechnet. Unsere Kameras haben wir übrigens nach einigem Überlegen in großen ZipLog Beuteln mitgenommen. Bis auf wenige Momente hatten wir sie eigentlich immer draußen. Nur halt nicht, wenn der Bootsführer so richtig Vollgas gegeben hat.

Abends zieht ein fieses Unwetter auf und wir beschließen, im Hotel zu bleiben. Es regnet in Ströhmen. Dann klart es auf und wir eilen doch noch zum Horseshoe Bend Overlook, wandern über den Hügel – war das immer so steil und weit – und kommen gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang an. Das Licht ist durch das Unwetter weiter hinten super spannend. Nach Sonnenuntergang gehen wir als einige der letzten zum Auto zurück.

Liebe Grüße nach Hause!

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Best Western View of Lake Powell: schönes, modernes Zimmer (allerdings sehr hellhörig) und toller Pool beides mit super Aussicht, gutes Frühstück
Colorado River Discovery (€ 125 Ganztagstour pro Person inklusive Mittagessen): lohnt sich, auch wenn „Ganztagstour“ etwas übertrieben ist
Horseshoe Bend (kostenlos): kurze Wanderung von ca. 1,2km und dann ist man an einem der unfassbarsten Ausblicke der Welt – besonders zum Sonnenuntergang zu empfehlen

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