Reisetraumland

Tag 7… White Mountain

Beim Frühstück versuchen wir uns für das heutige Programm zu entscheiden – bei soviel Auswahl ganz schön schwierig. Am liebsten würden wir erst mit der Eisenbahn auf den Mount Washington fahren und auch wieder runter – nicht aus Faulheit, sondern weil es hier freilaufende, wilde Bären, Elche und Wölfe gibt. Man stelle sich das mal vor, einfach so einem Bären zu begegnen. Im Anschluss würden wir gerne per Zip-Line (Seilrutsche) durch die Baumwipfel düsen und zum Abschluss noch einen kleinen Ausritt im Sonnenuntergang machen.

Alles in allem wären wir dann jeder so um die 300$ los und damit beschließen wir, die Gegend alleine zu erkunden und auf den ganzen Quatsch zu verzichten. Wir suchen uns also 2 überdachte Brücken und ein paar Wasserfälle raus und fahren los. Die Navigation überlasse ich heute dem Schatz und siehe da, wir kommen ohne Stress an.

Durch die erste überdachte Brücke darf man sogar mit dem Auto fahren. Tatsächlich wird sie wie eine völlig normale Brücke genutzt. Wir fahren natürlich auch durch (und dann gleich noch mal für das Foto). Es fühlt sich sehr merkwürdig an – allein die Vorstellung: nur auf Holzplanken.

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Die zweite Brücke ist nur noch für Fußgängr passierbar und scheint ein beliebter Picknick Platz zu sein. Jedenfalls steht ein entsprechender Tisch mit Stühlen bereit und wir treffen tatsächlich ein Paar, dass sich hier zur gemeinsamen Mittagspause trifft. Voll romantisch!

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Wie so oft weist der Amerikaner auch hier auf das Offensichtliche mit einem extra Hinweisschild hin: No grills or fire on bridge. Ehrlich? Wer bitte käme auf die Idee, ein Feuer auf einer Holzbrücke zu machen?

Genug Brücken für heute, (es gibt auch gar keine weiteren in der näheren Umgebung) wir fahren in die Wälder und wandern. Bereits auf dem Weg zum ersten Wasserfall fahren wir an einem Hinweisschild zu einem anderen Wasserfall vorbei und biegen spontan ab. Der 0,6 Meilen weite Wanderweg führt zum Bad von Diana. Wer Diana genau gewesen sein soll, wird nicht näher erläutert und bleibt daher der Fantasie überlassen.

Kurz nachdem wir dort angekommen sind und der Schatz den besten Platz für seine Fotos gefunden hat, trifft ein heiteres Quartett Damen ein. Eine von ihnen drückt mir ihr Smartphone in die Hand und bittet darum, dass ich ein Foto von ihnen mache. Klar, kein Problem. Wer jetzt denkt, dass die Damen nun weiter wandern, irrt gewaltig. Die schlimmsten Befürchtungen vom Schatz werden wahr: die Damen bauen ihre Digitalkamera mit samt Stativ auf und machen Selfies in allen möglichen Posen. Mitten auf dem Wasserfall. Mitten im Bild. Und die Damen haben Ausdauer und viele Ideen.

Das Wandern (Amerikanisch: hiking) scheint übrigens der Volkssport schlechthin zu sein und wird prinzipiell mit grellbunten Turnschuhen und laut plaudernd ausgeführt – vermutlich als Schutz vor den wilden Tieren.

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Irgendwann haben wir alle Fotos gmacht, sind das ganze Bad der Diana hinaufgeklettert und fahren nun endlich zu den Ripley Falls weiter. Ach, wieder nur 0,5 Meien zu wandern – wunderbar. Nun ja. Es kommt ja öfters anders als man denkt und es wird die längste halbe Meile, die wir je gegangen sind (und hoffentlich je gehen werden). Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass nicht ein Schritt ebenerdig war. Es ging über Stock und Stein, hoch und runter, über Gleise und durch den Matsch. Toll. Und am Ende? Ein Traum von einem Wasserfall und wir die einzigen vor Ort.

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Heute sind es am Ende des Tages nur 7km – die hatten es allerdings echt in sich. Und so lassen wir die Fahrt auf den Mount Washington ausfallen. Der Mann sieht sich gedanklich bereits im Hotelzimmer chillen, da fällt mir der Wegweiser zum Echo Lake auf und so machen wir noch einen kleinen Abstecher dorthin – liegt ja auf dem Weg. Der Ranger im Bezahlhäuschen musste wegen irgendeines Notfalls seinen Posten verlassen und bittet per handgeschriebenen Zettel darum, die Gebühr passend in den Umschlag zu legen. Wieder sind wir ganz allein und das wissen wir sehr zu schätzen. Denn so macht der Echo Lake seinem Namen alle Ehre – spiegelglatt liegt er da und wir bewundern einmal mehr die Schönheit unserer Welt.

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