Reisetraumland

Route 66 und Grand Canyon National Park

Die Straßen werden leerer und leerer. Heute ist mehr oder weniger ein reiner Fahrtag. Wir fahren gut 600km bis nach Williams in Arizona. Dabei entscheiden wir uns für die etwas längere, dafür aber auch schönere Route und nehmen sogar noch ein kleines Stück der bekannten Route66 mit. Wir fahren durch die unterschiedlichsten Gegenden: karge Wüstenlandschaften voller Kakteen ziehen ebenso an uns vorbei, wie saftige Wiesen mit kugeligen Laubbäumen und Berge mit Nadelwäldern. Wir fahren bis auf 1800m hoch in die Berge und durch unendlich scheinende Talebenen, die erst in weiter Ferne am Horizont von Bergketten begrenzt werden. Manchmal sind wir ganz alleine auf der Straße, selten kann man die Verkehrslage als hektisch bezeichnen.

Ich darf das letzte Stückchen (so gut an die 200km) bis zum Grand Canyon fahren. Zum Sonnenuntergang sind wir da, haben unterwegs allerdings zuviel getrödelt und kommen erst kurz vor knapp an. Wir entscheiden uns für den Yavapai Point. Hier kann man das Auto direkt parken und braucht nur noch ein paar Meter bis zur Steilkante zu laufen. Und es ist weniger voll als befürchtet. Leider sitzen allzu viele Touristen rücksichtslos am Rand der Steilkante und damit voll im Bild. Wann immer man wenigstens ein bisschen Vordergrund mit im Bild haben möchte, ist zwangsläufig auch ein Turnschuh mit drauf. Dass die Leute für das perfekte Foto nicht wenigstens ein kleines Opfer bringen und ein Stück weiter hinten sitzen können. Die heutige Jugend kennt einfach keine Ehrfurcht mehr vor der Kunst. Tzzzztz.

Die Sonne geht davon unbeeindruckt unter und als dieses beeindruckende Schauspiel vorbei ist, machen sich alle auf den Weg zu ihren Autos. Nur wir nicht. Erstens können wir auch in der Blauen Stunde ganz schöne Fotos machen und zweitens wollen wir die Einsamkeit genießen. Ein paar Minuten später sind wir tatsächlich allein und sitzen nebeneinander da. Erst als es fast stockduster ist, gehen wir zum Auto zurück und fahren Richtung Williams zu unserem Hotel.

Weit kommen wir nicht. Noch im National Park steht ein Auto am Straßenrand und wir sehen beim Vorbeifahren, dass jemand auf dem Rücken daneben liegt. Der Schatz hält an und läuft das kurze Stück zurück, um zu sehen, ob die Leute Hilfe brauchen. Die drei sind aus Deutschland und die beiden Mädels echt froh, dass jemand angehalten hat. Es stellt sich heraus, dass der Mann und seine beiden Töchter heute runter in den Canyon gewandert sind und am gleichen Tag auch wieder hoch. Das soll man doch nicht machen. Und nun ist er einfach ein bisschen alle und hat einen Krampf im Bein. Kein Grund zur Sorge und so fahren wir nach Ankunft des Rangers weiter.

In unserem Hotel angekommen, sind es gerade noch 18°C und wir frieren ganz schön, schließlich sind wir mittags noch bei 43°C rumgelaufen.

Viele Grüße nach Hause!

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Holiday Inn Express Williams: großes, geräumiges Zimmer, bei dem man das Fenster leider nicht öffnen kann
Grand Canyon National Park: riesig groß, unendliche Weiten

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