Reisetraumland

Leinen fest in Madeira

Guuuuuten Moooooorgääähnnnn. Herzlich wiillllkoooommmmmmeennnnn. Schallt es gegen 8 Uhr morgens von draußen durch die offene Balkontür herein. Mein erster Gedanke ist, welcher unserer liebenswürdigen Nachbarn das wohl sein könnte und wo mein Morgenmantel ist, damit ich vom Balkon aus eine passende Erwiederung brüllen kann. Sowas aber auch. Aber nein, falscher Alarm, es ist Ignazio, der freundliche Madeirenser, der seit 11 Jahren alle Aida Schiffe im Hafen von Funchal auf Madeira begrüßt. Zusätzlich zu seinem Gruß wedelt er noch freudig mit einem Schild hin und her, auf dem Willkommen Aida steht. Toll. Um 8 Uhr morgens. Manche Menschen haben Hobbies…

So sind wir jedenfalls rechtzeitig wach, denn um 9:30 Uhr werden wir von unserem Fahrer nebst Begleitung an Land erwartet. Und was soll ich euch sagen… Toll. Es ist so schön. Endlich wieder festes Land unter den Füßen und kein Geschaukel mehr. Die Überfahrt letzte Nacht von Las Palmas / Gran Canaria nach Funchal / Madeira war aber auch stürmisch. Mit Regen und ganz hohen Wellen und ganz viel Gischt. Ich frage mich, wann die die Scheiben vom Balkon wieder sauber machen. Alles voller Meerwasser und Salz. Da kann man nüscht mehr sehen, wenn man auf dem Sessel in der Kabine sitzt und die Welt an sich vorbeiziehen lässt.

Nach kurzer Diskussion mit der Tourleiterin haben wir uns jedenfalls für eine Route entschieden – sie entscheidet dann spontan um und wir fahren irgendwie doch dahin, wohin sie möchte. Schön ist es allemal. Zuerst auf den Pico de Arieiro, einen der höchsten Berge auf Madeira mit einem kleinen Zwischenstopp in Monte. Man will ja auch ein paar hübsche Fotos von der Aida Sol und von Funchal von oben haben. Denn umso weiter man weg ist, umso hübscher wirkt die Stadt.

Auf dem Gipfel des Pico de Arieiro angekommen, hängen die Wolken noch relativ tief und bieten ein ganz wundervolles Naturschauspiel: sie fließen fast über die Bergkämme. Später am Tag steigen sie für gewöhnlich höher und man sieht nicht mehr viel. Jetzt aber haben wir eine traumhafte Aussicht.

Auf dem Weg nach unten halten wir an einer Bar und trinken einen Poncha. Das ist ein ganz leckeres Getränk aus Rum, frischgepresstem Zitronen- und Orangensaft und Honig. Man sagt, der erste Poncha sei zum kennenlernen, der zweite für die Gesundheit und nach dem dritten spreche man Portugiesisch. Der Schatz und ich sitzen vorne neben dem Fahrer und ich kann ganz klar feststellen, dass sich die beiden bereits nach andertalb Ponchas super verstehen. Also der Schatz hatte andertalb – nicht der Fahrer.

Dann geht es weiter gen Norden von Madeira – nach Porto da Cruz. Das ist ein kleines, (zumindest im Januar) verträumtes Städtchen an der Nordküste. Wir gehen am Meer spazieren, essen zu Mittag und kaufen ein bisschen Rum.

Als letzten Ausflugspunkt hat sich Mutti die Aussichtsplattform Cabo Girão über der 580m hohen Steilklippe ausgesucht. Von hier aus hat man einen tollen Blick runter aufs Meer und auch die Steilküste entlang- sofern man sich auf den Glasboden traut.

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Tipps
Espada (Fisch) und Espetada (Fleischspieß) – sind Spezialitäten der Insel und definitiv einen Versuch wert, genauso wie das Lieblingsgetränk Poncha
Pico de Arieiro – vormittags besuchen
Cabo Girão – eher zum Nachmittag, denn dann sind die Touristenbusse schon wieder weg

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