Reisetraumland

Irgendwann erwischt es jeden – auch im Paradies

Nach dem Frühstück im Azafran fahren wir nach Cancun zum Flughafen und bringen Sabrina und Daniel zu ihrem Abflug. Jetzt sind wir auf uns allein gestellt. Heute wollen wir uns zum Abschluss die Ruinen von Ek Balam ansehen. Wir haben noch etwa 270,- Pesos in bar bei uns und fahren los. Wir wollen direkt bei der ersten Tankstelle tanken und Bargeld holen, doch es kommt keine. Wir fahren auf der mautpflichtigen Straße von Cancun nach Valadolid. Auf halber Strecke zahlen wir an der Mautstation 251,- Pesos und sind nun so gut wie pleite. Hinter der Mautstation passiert dann das, wovor wir echt Schiss hatten. Der Polizist winkt uns raus. Sven ist angespannt. Der Polizist spricht nur spanisch und wir ahnen, dass er den Führerschein, den Pass und die Autopapiere sehen will. Die Autopapie sind das einzige, was wir dabeihaben. Den Pass haben wir mit dem Führerschein zusammen vergessen. Sven wird immer nervöser, der Polizist redet weiter. Sven soll aussteigen und sich beruhigen, der Polizist erklärt nun mir, dass wir gerade die Bezirksgrenze überschritten hätten und dazu einen Pass brauchen. Ich nicke nur und mache große Augen. Mein Spanisch würde nicht ausreichen, ihm zu erklären, dass ich das für absoluten Quatsch halte und es wäre vermutlich auch nicht ratsam. Er redet weiter und erklärt etwas von einem Bußgeld in Höhe von 100,- US$. Ich sage ihm, dass ich das natürlich bezahlen werde. Er sagt, dass ich das jetzt hier machen kann oder im 300km entferten Meridá. Ich sage ihm, dass ich das gerne würde, aber leider gar kein Bargeld dabeihabe. Zum Beweis zeige ich ihm mein bis auf einige Münzen leeres Portemonaie. Er ruft seinen Kollegen und nun stehen 2 mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten neben Sven und mir am Auto. Er scheint ihim die Sache zu erklären und dann sagt er, wir sollen weiterfahren. Wir sind ziemlich überrascht und machen uns fix auf den Weg. Ich vermute, es war ihm einfach zu mühsam und umständlich, an sein Schmiergeld zu kommen. Wir sind beide heilfroh und immer noch ziemlich durcheinander.
Wir fahren weiter Richtung Valadolid und unser Tank wird immer leerer und keine Tankstelle ist in Sicht. Damit haben wir nicht gerechnet – sonst sind andauernd und überall Tankstellen. Wir schalten vorsichtshalber die Klimaanlage aus, um Benzin zu sparen. Letztendlich schaffen wir es zu einer Tankstelle und lassen volltanken. Natürlich bescheißt uns der Tankwart um ca. 200,- Pesos. Das scheint nicht unser Tag zu sein.
Es ist schon komisch. Kaum sind wir allein unterwegs, passieren diese Dinge. Wir lassen uns aber nicht entmutigen und fahren dennoch weiter nach Ek Balam, kommen tatsächlich auch an und sind überwältigt. Die Anlage ist recht groß und sehr gut erhalten – teilweise sogar wieder hergestellt. Und sie unterscheidet sich von allen Ruinen, die wir bisher gesehen haben.
Sie ist umschlossen von einer Mauer, die nicht zur Abwehr, sondern lediglich zur Abgrenzung (nur für VIPs) diente. Zunächst sehen wir eine Art Eingangstor.

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Wir gehen weiter und finden den Ballspielplatz – leiderohne die charakteristischen Ringe, was 2 Amerikaner so verwirrt, dass sie davor sehen und fragen, wo denn der Ballspielplatz sei.

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Wir laufen weiter zum größten Gebäude und schauen uns auch hier alles an.

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Und selbstverständlich klettern wir auch bis nach oben.

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Auf dem Weg nach unten besichtigen wir noch das Highlight der ganzen Anlage: die Etage mit den 2 Räumen mit dem Schlangenmauleingang.

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Interessant sind hier vor allem die Figuren mit Flügeln und der im Lotussitz sitzende Maya.

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Weiter geht es zu dem Zwillingsgebäude – zwei gleiche Häuser nebeneinander, getrennt durch einen v-förmigen Spalt. Genau zum 21.3. fällt hier bei Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang die Sonne durch. Ziemlich gute Leistung, nicht wahr?

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Wirmschauen noch ein bisschen rum und fahren dann heim zum Packen. Schließlich geht es morgen nach Cancun!
Gute Nacht!

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