Reisetraumland

Höllenritt

Heute ist der letzte Arbeitstag bevor es wieder einmal los geht. Eigentlich wäre unsere Abreise total entspannt. Natürlich ist wie immer noch so einiges zu tun und gepackt haben wir auch noch nicht. Aber das ist auch nicht so schlimm, weil unser Flug erst morgen früh um 6 Uhr geht. Zumindest denken wir das noch bis kurz nach dem Mittagessen – eben bis diese E-Mail und sms von Lufthansa ankommen, in denen sie uns mitteilen, dass unser Flug nach Frankfurt gestrichen wurde.
Und plötzlich ist die Panik groß und Hektik macht sich breit. Nach ein bisschen hin und her und x erfolglosen Versuchen, bei der Hotline durchzukommen, entscheiden wir uns dafür, eben mit dem Zug nach Frankfurt zu fahren. Weil der nette Kundenberater von der Lufthansa am Telefon gesagt hat, dass wir erst 8:30 da sein müssen, entscheiden wir uns für den Zug um 0:32 Uhr und haben damit genug Zeit, alles zu erledigen. Sven geht sogar noch zum Friseur!
Das Taxi (Danke Mama!) holt uns später super pünktlich ab, der Taxifahrer ist nett und die Fahrt kann losgehen. Und dann ist der Tiergartentunnel gesperrt. Also gibt es noch eine kleine Stadtrundfahrt gratis. Der Zug hat dann auch nur 5 Minuten Verspätung. Nach einer ganzen Weile (und 3 Wagons weiter) haben wir jetzt auch einen Sitz-Liegeplatz in einem Großraumabteil. Die ersten 30 Minuten der Zugfahrt verbringen wir auf dem Fussboden des Fahrradabteiles. Der Schaffner besorgt uns jedoch per Funk noch 2 Sitzplätze. Die Sitze sind der Hammer – total gemütlich! Man kann die gaaanz weit nach hinten stellen und liegt dann mehr als dass man sitzt. Super. Dass jemand hinter und neben uns so richtig fies schnarcht, brauche ich vermutlich nicht zu erwähnen… Es sind diese kleinen Momente, in denen ich eine sehr innige Beziehung zu meinem iPod aufbaue.
Am Flughafen angekommen (inzwischen ist es Donnerstag), erwartet uns das absolute Streikchaos. Ein Glück müssen wir nur unser Gepäck abgeben und so stellen wir uns beim Baggage Drop Off an. Nur um nach ca. 30 Minuten zu erfahren, dass Trekkingrucksäcke als Sperrgepäck gelten und wir uns dort anstellen sollen. Diese Schlange bearbeitet nur eine einzige Mitarbeiterin und es dauert ewig. Insgesamt brauchen wir gut 1,5 Stunden bis wir am Gate sind und da ist das Boarding auch schon in vollem Gange. Bisher ist einfach alles schief gegangen. Wir schnappen uns noch eine Kleinigkeit von McDonalds und gehen an Board – ein Airbus A380 – tadaaaaaa.
Und dieses Flugzeug ist echt der Hammer. So neu, so geräumig. Natürlich hat jeder Sitz seinen eigenen Bildschirm und Sven ist insbesondere von den Wasserhähnen im Bad begeistert. Da kann man die gewünschte Wassertemperatur mittels LED Bedienung einstellen und das leuchtet auch noch… Und weil es immer auch eine gute Seite an allem gibt, bringt uns das Streikchaos ein halbleeres Flugzeug und uns beiden eine eigene 3er Reihe ein. Das bedeutet einen sehr angenehmen, entspannt verschlafenen Flug. Auch das onboard Entertainment Programm ist der Wahnsinn. Aktuelle Kinofilme verkürzen die 10 stündige Flugzeit bis nach Houston. Die Lufthansa Crew kümmert sich liebevoll um die Gäste, wo sie nur können. Da vergeht die Zeit im wahrsten Sinne wie im Fluge. Und daran ändern auch die Babies nichts. Eins vor uns und eins neben uns, die abwechselnd weinen und schreien. Kaum ist das eine still, fängt das andere an. Zum Glück liefert das Boardprogramm auch tolle Musik. Der Blank and Jones Lufthansa Club Mix läuft auf maximaler Lautstärke. Club Feeling im Flugzeug pur. Ein Vorgeschmack auf die geplante Paul van Dyk Strandparty. Aber dazu in ein paar Tagen mehr. Übrings ist das Flugzeugessen echt der Hit. Sven hatte vegetarisch bestellt und es kam ein unendlich leckeres indisches, vegetarisches Essen. Als wir den Flugbegleiter darauf ansprechen, wie lecker das Essen war, erklärt er uns, dass bei Lufthansa Köche der entsprechenden Nationen das Essen kochen. Svens Essen wurde also von einem indischen Koch gekocht.
Gegen 14 Uhr Ortszeit kommen wir in Houston an. Wir sind nun etwa 20 Stunden unterwegs und langsam wird es mühsam. Wir brauchen dann nur knapp 2 Stunden für Immigraton, Zoll und erneutes Einchecken und gehen erstmal zu Ruby’s Diner auf einen Burger! Yeah!
Erstaunlicher Weise ist uns dann gar nicht nach rumbummeln oder shoppen und so setzen wir uns ans Gate und warten auf unseren Anschlussflug. Der verzögert sich leider, weil es ein Wartungsproblem mit einer der Toiletten gibt. Wie nett von dem Mitarbeiter, dass er uns auch den konkreten Grund nicht vorenthält. Ich schreibe nur so viel, es hat etwas mit einem nervösen Magen zu tun. Wir warten ein Weilchen und gehen noch einen Iced Caffee Latte beim Starbucks holen. Und da veranstaltet ein kleiner Junge ein Wahnsinnsgeschrei in den allerhöchsten Tönen. könnte uns eigentlich egal sein, aber nun ratet mal, wer sich im Flugzeug gleich auf den Platz neben uns setzt.
Der Flug geht schnell vorbei, die Einreise verläuft fast unkompliziert und auch super schnell. Ein Shuttle fährtt uns zum Hotel, wir checken ein und fallen in unserem Zimmer ins typisch amerikanische Bett.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals so lange unterwegs gewesen zu sein. Seit 47 Stunden haben wir kein Bett mehr gesehen und sind ehrlich gesagt völlig am Ende.
Gute Nacht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.