Reisetraumland

Nasse Füße im Zion National Park

Das gestern vorhergesagte Unwetter kam nicht und so haben wir heute beste Bedingungen für eine kleine Wanderung in den Narrows im Zion National Park – keine Gefahr für eine Flash Flood. Die entstehen hier regelmäßig, wenn es in den Bergen regnet. Dann sammelt sich das Wasser und rauscht mit allem, was es unterwegs so findet, durch die Schluchten. Das will bestimmt keiner erleben.

Einen Parkplatz beim Visitor Center finden wir innerhalb weniger Minuten. Man muss nur ein bisschen warten, Geduld haben und dann einen Einheimischen verscheuchen, der sich vordrängeln will. Besonders letzteres gelingt dem Schatz hervorragend. Im Visitor Center versichern wir uns nochmal, dass keine Flash Flood unterwegs ist – nein, alles gut.

Um in die Narrows zu wandern, nehmen wir den Shuttle Bus bis zur letzten Haltestelle: Temple of Sinawava. Von hier führt ein etwa 1,5km langer Wanderweg am Virgin River entlang. Die Strecke kommt uns viel kürzer vor. Ob wir uns ans Wandern gewöhnen? Ich mein – mal ehrlich – soviel, wie wir in diesem Urlaub laufen, bin ich vermutlich im ganzen letzten Jahr nicht gegangen. Am Ende geht es ein paar Stufen hinab, ein paar Schritte über das sandige Ufer des Flusses und dann hinein ins kalte Nass. Und 14,5°C sind kalt. Richtig kalt. Meine Füße fühlen sich wie betäubt an kalt.

Wir waten vorsichtig marschieren zielstrebig flussaufwärts. Wir wollen definitiv nicht in den Fluss fallen – es reicht, wenn die Füße bis zum Knöchel nass und eiskalt sind. Außerdem haben wir meine Kamera und unsere Smartphones dabei. Die Kamera steckt in dem neu beim Walmart erstandenen, wasserdichten Sack und die Smartphones sind neben all den anderen, wichtigen Kleinigkeiten in ZipLoc Beuteln. Svens Kamera haben wir lieber im Auto gelassen. Sicher ist sicher.

Und dann wird es tiefer. Knietief stecken wir jetzt im Wasser. Außerdem muss man wirklich aufpassen, dass man bei der Strömung und den teils glitschigen Steinen nicht ausrutscht. Das Wasser ist hier auch nicht sonderlich klar, so dass wir nicht sehen, wo wir hintreten. Am besten schaut man den Leuten vor sich zu und geht ihnen hinterher, sofern sie nicht abgesoffen sind. Ab und zu sind im Fluss nämlich tiefere Stellen versteckt, in die der unbedarfte Wanderer tritt und meist bis zum Po eintaucht. Wir kommen bis zu der ersten, engen Stelle im Canyon und drehen dann nach einer Pause wieder um. Die Wanderung dauert so schon insgesamt etwa 3 Stunden. Man hätte die Strecke sicherlich schneller zurücklegen können – aber wer will das schon.

Das nächste Mal möchte ich gerne weiter in die Narrows hinein wandern. Dazu würde ich aber unbedingt mehr Essen mitnehmen, denn die Kälte macht unglaublich hungrig. Außerdem würde ich vermutlich Socken aus Neopren und einen Wanderstock ausleihen. Die alten Turnschuhe, die wir anhatten, waren völlig ausreichend.

Nach einer kleinen Stärkung in der Zion Lodge lassen wir uns erstmal zurück zum Parkplatz shutteln und sorgen dort für trockene, warme Füße. Worüber man sich so freuen kann. Den Sonnenuntergang fotografieren wir auf der Brücke an der Canyon Junction. Wir haben uns definitiv den besten Platz dafür ausgesucht. Woher wir das wissen? Können soviele Fotografen irren?

Liebe Grüße nach Hause!

 

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Holiday Inn Express St. George North – Zion: gutes Bett, recht ruhig und sauber

Zion National Park (kostenlos mit Jahrespass): sehr grüner Park – erinnert uns an Jurassic Park, tolle Wanderwege, aber ziemlich überlaufen

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