Reisetraumland

Dem Himmel so nah im Canyonlands National Park

Auch an unserem zweiten Tag hier in Moab verschlafen wir. Gesten Abend konnten wir bei dem kollektiven Brummen der ganzen Klimaanlagen nicht einschlafen. Wir haben sogar noch eine Runde durch das Hotel gedreht und dabei festgestellt, dass wir fast die einzigen waren, die die Klimaanlage nicht anhatten. Dazu kam noch, dass das Hotel so hellhörig ist, dass wir jeden Schritt über uns hören und jedes Wort verstehen konnten. Irgendwann sind wir ja doch eingeschlafen aber an frühes Aufstehen war heute morgen nun wirklich nicht zu denken. Echt nicht.

Nun ja, das lässt sich nicht mehr ändern und so brechen wir am Vormittag zum Canyonlands National Park auf. Wir kennen in dem National Park bisher nur den Mesa Arch zum Sonnenaufgang von unserer letzten Rundreise 2013. Dieses Mal fahren wir die Aussichtspunkte einzeln ab. Canyonlands steht für weite, ursprüngliche Landschaften. Die Aussichtspunkte lassen uns meist über einen Abgrund hinweg weit über Canyons und Talebenen schauen. Der Schatz möchte gerne eine Off-Road Straße bis ins Tal hinab fahren – ich eher nicht. Ich möchte gerne zur False Kiva wandern – er eher nicht. Also fahren wir weiter die einzelnen Aussichtspunkte im „Island in the Sky“ an.

Wir machen auch eine kleine Wanderung: auf den Whale Rock hinauf. Der riesige Fels sieht tatsächlich aus wie ein Wal und ist so etwa 50m hoch, die wir nun erklimmen. Bei der Hitze keine leichte Aufgabe und so sind wir am Ende der Wanderung doch sehr stolz auf uns. Ein Blick auf Svens Workout App bringt dann allerdings recht schnell Ernüchterung. Gerade mal 2km gelaufen – Kalorienverbrauch übrigens so bei 60 kcal. Klar. Der Riegel, den wir oben auf dem Wal vor lauter Entkräftung essen mussten, hatte 200 kcal. Also noch zweimal rauf und wieder runter. Neee, nur Spaß! Wir sind ja nicht verrückt.

Wir schauen uns och die anderen Aussichtspunkte an und fahren dann schnell zum Hotel zurück. Hier legen wir eine kurze Pause ein bevor ich den armen Schatz zum Aufbruch in den Arches National Park nötige. Wir wollen nochmal die Sonnenuntergangsfotos am Turret Arch probieren und danach Fotos von der Milchstraße am Double Arch machen. Dieses Mal klappt die Perspektive und Sven macht so richtig schöne Sonnenuntergangsfotos. Der Trick ist, den Turret Arch dur das North Window zu fotografieren und nicht umgekehrt.

Natürlich sind solche Bilder immer dann am schönsten, wenn keine Menschen zu sehen sind. Diese Meinung scheinen nicht viele andere Besucher zu teilen. Sie setzen sich mitten in das North Window. Natürlich verstehen wir, dass man als Souvenir ein Foto von sich selbst unter einem riesigen Steinbogen haben möchte. Und dass die erste Pose nicht immer die beste ist und man dann eher so 5 – 10 Fotos macht, verstehen wir auch. Kennt man ja. Dass die Leute dann allerdings im Steinbogen sitzen bleiben, um dem Sonnenuntergang zuzusehen, ist uns ein Rätsel. Der sieht 5m weiter links genauso schön aus. Wollen die auf unsere Fotos? Und wir sind nicht allein. Mit Sven sind noch andere Fotografen auf den Felsen hinter dem North Window geklettert, um das spektakulärste Foto vom Sonnenuntergang zu machen.

Mir tun die Fotografen leid uns so brülle ich freundlich amerikanisch (möglichst oft: kindly, appreciated und you guys) zu den Leuten rüber, dass hier die professionellen Fotografen Bilder machen und ob sie nicht ein bisschen woanders sitzen könnten. Es hilft und so bekommt der Schatz sein Foto.

Wir machen eine kleine Pause und gehen dann mit unseren Picknicksachen (Decke, Essen und Getränke) und unseren Stirnlampen rüber zum Double Arch. Die beiden Australierinnen, die wir eben schon beim Sonnenuntergang kennen gelernt haben, sind auch schon da. Wir warten gemeinsam auf die Finsternis. Der Schatz hatte nicht erwähnt, dass der Mond heute erst um 23:20 Uhr untergeht und so warten wir lange. Dann endlich macht er seine Fotos von der Milchstraße und wir hatten einen netten Abend mit zwei Australierinnen, die seit Monaten in Nordamerika unterwegs sind und viel zu erzählen hatten.

Viele Grüße nach Hause!

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Best Western Plus Greenwell Inn: großes und recht sauberes Zimmer, gut eingerichtet, aber sehr laut und muffig, typisch amerikanisches Frühstück

Canyonlands National Park (kostenlos mit Jahrespass): super tolle Aussichten von beeindruckenden Landschaften

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