Reisetraumland

Auf nach Colorado!

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob bei unserer Buchung im Holiday Inn Canyon de Chelly ein Frühstück inklusive ist und gehen auf gut Glück rüber zur Lobby. Es ist nicht inklusive, das Angebot des Restaurants aber auch nicht übermäßig teuer und so bleiben wir. Auf der Karte gibt es kein vegetarisches Essen. Wir bestellen und bitten darum, das Fleisch wegzulassen. Die Kellnerin nimmt unsere Bestellung übellaunig auf und tut sich ein bisschen schwer mit unserem Wunsch. Was an „die Nummer 4 ohne Fleisch“ so schwierig zu verstehen ist, wissen wir nicht. Es kommt, wie es kommen muss. Das Frühstück wird gebracht – natürlich mit Bacon, dafür aber ohne Kartoffeln. Beim Zahlen machen wir die Kellnerin darauf aufmerksam und bekommen den Bon missmutig zur Unterschrift ausgehändigt. Keine Entschuldigung, nichts. Kein Trinkgeld, ne. Jetzt sind wir uns sicher, heute fahren wir weiter. Hier hält uns nichts.

Wir packen unsere Sachen in den Jeep und checken aus. Die Mitarbeiterin an der Rezeption weist uns darauf hin, dass wir die zweite Nacht trotzdem an Expedia bezahlen müssen, weil der Aufenthalt ja bereits im Voraus bezahlt war. Das wissen wir und es ist ok für uns. Und jetzt passiert was merkwürdiges. Sie lächelt uns an und sagt, wir sollen uns doch für $ 71,85 etwas im angeschlossenen Souvenirshop aussuchen – sie buche den Wert einfach über die Buchhaltung um. Wir verstehen das erst gar nicht und können es noch weniger glauben. Sie ist nett zu uns und schenkt uns gerade gut $70 in Form eines Einkaufsgutscheins. Juchuuu! Im Souvenirshop finde ich sofort eine ganz wunderschöne, aus Baumwolle gewebte Decke mit indianischem Muster. Die nehmen wir mit und ich freu mich riesig. Wir bedanken uns nochmal ausdrücklich bei ihr und fahren gut gelaunt und etwas verwirrt Richtung Canyon de Chelly los. Die südliche Seite haben wir nämlich noch nicht gesehen.

Wir halten an allen Aussichtspunkten und wandern sogar den White House Trail – den einzigen Wanderweg, den man ohne Navajo Begleitung in das Tal vom Canyon de Chelly gehen darf. Das sind 2,5km runter und dann den gleichen Weg wieder hoch. Insgesamt 300 Höhenmeter bis zum Tal in Serpentinen über Stufen, Felsen und schmale Pfade. Die wichtigsten Erkenntnisse des Tages: runter (37 Minuten) ist leichter als hoch (52 Minuten), in der Mittagshitze ist Wandern eher mühsam und wir hätten ruhig 1l Wasser pro Person mitnehmen können – wäre nicht schlecht gewesen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Dann fahren wir so um die 300km bis zur Far View Lodge im Mesa Verde National Park. Wir fahren raus aus Chinle und Umgebung und unsere Herzen werden merklich leichter. Dieser Ort ist nichts für uns und wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit niemehr zurückkehren. Später erfahren wir von 2 Amerikanern, dass die Gegend, in der wir waren zu den ärmsten im Navajo Reservat gehört und dass die dort lebenden Navajo Fremden gegenüber generell eher abweisend sind.

Die Landschaft ändert sich immer wieder – von roten, teils bewaldeten Sandsteinfelsen zu beigen, kahlen Bergen (wie im Elbsandsteingebirge, sagt der Schatz) und weiter zu sanften, grünen Hügeln mit weiten Wiesen und flachen Ebenen. Wir sind inzwischen im Bundesstaat Colorado angekommen und hier gefällt es uns gut. Die Menschen sind freundlich, es laufen keine Tiere unkontrolliert durch die Straßen und es gibt Infrastruktur in Form von Mobilfunknetz, Banken, Supermärkten und Starbucks.

Im Mesa Verde National Park angekommen, kaufen wir für $ 80 einen Jahrespass, der für alle National Parks in den USA gültig ist. Netterweise verrechnet der Ranger sogar die $ 30, die wir im Grand Canyon für das 7 Tage Ticket ausgegeben haben. Der Mesa Verde National Park ist viel größer und schöner, als wir gedacht haben. Die Sonne geht gerade unter und wir müssen einfach ab und zu halten und Fotos machen. Im Dunkeln kommen wir in der Far View Lodge an, checken ein und gehen dann Essen. Später macht der Schatz noch ein paar Testfotos von der Milchstraße und ist sehr, sehr glücklich. Und ich auch – was für ein wunderschöner, magischer Ort!

Liebe Grüße nach Hause!

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Mesa Verde National Park (kostenlos mit Jahrespass): unser erster Eindruck ist sehr schön, sehr groß und sehr gut für Fotos
Far View Lodge ($ 185 / Ü): unfassbare Aussicht, schöne und geschmackvoll eingerichtete Zimmer, leider sehr hellhörig
Metate Room: hervorragendes Essen, was nur durch die Freundlichkeit der Kellnerin übertroffen wurde

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