Reisetraumland

Abenteuer im Grand Staircase Escalante National Monument

Heute ist es windig – angeblich kommt morgen ein Unwetter. Es ist auch ein bisschen kühler, nicht mehr über sondern unter 30°C. Das fühlt sich gleich viel besser an und so machen wir uns vormittags auf den Weg zum Trailhead des Escalante Rivers. Wir wollen etwa 3,5km flussaufwärts bis zur Natural Bridge wandern. Soviel vorneweg: wir kommen dort niemals an.

Der Wanderweg wird als leicht ausgewiesen und verläuft ohne viel Trallafitti seicht neben dem Fluss. Ein paar Mal muss man den Fluss durchqueren, um auf die andere Seite zu kommen. Das Wasser ist kalt, aber nur knöcheltief. Ansonsten geht es meist auf losem Sand einen Trampelpfad entlang. Wunderschön ist es hier.

Wegen der Schlangen und Skorpione soll man auf dem Pfad bleiben und nicht wild durch die Natur latschen. Machen wir. Kein Problem. Wer will schon auf eine Schlange treffen. Ich sicher nicht. An der dritten Flussdurchquerung komme ich auf die geniale Idee, doch ein Stückchen flussaufwärts durchs Wasser zu waten. Inzwischen kommt es uns nicht mehr kalt, sondern angenehm erfrischend vor. Gesagt. Getan. Es ist ja mehr ein Bach als ein Fluss, knöcheltief mit weichem Sand. Ach ist das schöööön. Noch ein Schritt und zack, bin ich knietief im Sand versunken. Der Schatz reagiert sofort und zieht mich raus. Das war ein Schreck. Nur ein paar Schritte später erwischt es den Schatz selbst und er versinkt mit samt seiner Kamera bis zum Po im Fluss/ Sand. Er kommt mit dem Schrecken davon und auch die Kamera übersteht das kurze Bad ohne Schaden. Wir haben genug von der Wildnis und beschließen augenblicklich, uns auf den Rückweg zu machen. Haben wir ein Glück, dass das einzige Restaurant weit und breit genau 5 Minuten entfernt ist. Dort erholen wir uns bei Sandwiches, Kaffee und Kuchen.

Nur 2 Stunden später sind wir schon wieder unterwegs. Der Schatz möchte mit mir zum Upper Calf Creek Wasserfall wandern. Das soll nur ein kurzer Weg von etwa 1,5km hin und wieder zurück sein und man kann dort baden. Hört sich super an. Mich wundert es ein bisschen, dass wir auf einen Parkplatz oben in den Bergen fahren, wo der Fluss doch im Tal ist. Vielleicht sind die Upper Calf Creek Falls ja weiter oben – bei dem Namen könnte das sein, mutmaßt der Schatz. Sind sie nicht. Das ist nämlich der Wanderweg: einmal 1,5km knapp 200 Höhenmeter ins Tal runter und später wieder hoch. Dafür schlängelt sich der Weg den Berghang hinunter. Zur Markierung stehen ab und zu so kleine Steinhaufen. Ich baue ganz oben auch einen, damit wir den Zugang zum Parkplatz nicht verpassen. Dafür hebe ich einen mittelgroßen Stein hoch und siehe da, darunter hatte sich eine kleine Schlange versteckt, die nun von dannen zieht. Hurra.

Und da soll man den Weg finden. Nun ja, wir finden ihn nicht. Also bis runter klappt es schon ganz gut. Dann allerdings finden wir den Zugang zum Wasser nicht. Da wir keine Lust haben, uns durch das Gestrüpp zu kämpfen (wir erinnern uns: Schlangen und Skorpione), drehen wir leicht frustriert um und gehen wieder hinauf. Schön ist die Aussicht allemal.

Wir brauchen insgesamt etwa 1,5 Stunden und ich behaupte mal ohne Übertreibung, dass das vermutlich die anstrengendsten 1,5 Stunden im ganzen Urlaub waren. Von wegen einfach, da gehen sogar Kinder runter. Pffffft. Niemals. Und wenn, dann kommen die garantiert nicht wieder hoch. Unten gibt es bestimmt ein Auffanglager mit angeschlossenem Transfer.

Wir sind vom heutigen Tag körperlich völlig erschöpft. Wir haben keines unserer Wanderziele gefunden, das Tagesziel aber trotzdem vollends erreicht: Wir wollten zusammen Abenteuer erleben.

Liebe Grüße nach Hause

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Kiva Koffeehouse: super idyllisch gelegen, gutes Essen, nette Mitarbeiter
Circle D Hotel Escalante: alte Zimmer, quietschendes Bett, nicht besonders sauber (tote Insekten zwischen den Schiebefenstern und in Lampen und Lüftung), hellhörig
Upper Calf Creek Fall Trail: anstrengend, schwer zu finden
Escalante River Trail: einfach zu laufen und zu finden

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